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... und die Kunstwerke unserer Kirche

Abendmahlskelch

Der Abendmahlskelch wurde vermutlich bei der Gründung des Nonnenklosters 1270 in Neuenkirchen von Ritter Johannes Schulte und seiner Frau Hildburg gestiftet. Damit handelt es sich um den ältesten Messkelch im Landkreis Stade. Der Kelch ist 13,4 cm hoch und hat einen Durchmesser in der Schale von 10,4cm. Für einen Abendmahlskelch ist er sehr klein, doch dieser war nicht für die Gemeinde gedacht, sondern diente im Rahmen der Messopfer-Zeremonie. Der Original-Kelch ist aus vergoldetem Silber und steht im Schwedenspeicher-Museum in Stade. Für Neukloster wurde eine Replik angefertigt. Auch der zweite Abendmahlskelch von St. Marien ist aus vergoldetem Silber, jedoch mit 17cm etwas größer und vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Patene & Kelch

Vermutlich gemeinsam mit dem Abendmahlskelch aus dem 13. Jahrhundert wurde die Patene gestiftet. Eine Patene ist ein Brotteller und Bestandteil der Abendmahlszeremonie. Diese Patene hat einen Durchmesser von 15,3 cm und ist wie der Abendmahlskelch aus vergoldetem Silber. Am Rand ist ein Weihekreuz eingraviert. Die Patene ist ebenfalls im Schwedenspeicher-Museum in Stade zu bewundern. Eine Replik für Neukloster gibt es leider nicht.

Schnitzaltar

Nachdem die ursprüngliche Klosterkirche 1499 durch die Schwarze Garde niedergebrannt wurde, wandten sich die Nonnen des Klosters an die Ratsherren der Städte Hamburg und Lüneburg. Ihre Bitte bei der Renovierung zu unterstützen wurde erhört und so bekam Neukloster einen kunstvollen Altaraufsatz aus geschnitztem Eichenholz geschenkt. Erhalten ist noch der Mittelschrein, die Originalflügel sind nicht mehr existent. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Retabel aufwendig restauriert. Es ist 1,45m hoch und 2,21m breit. Der Schrein zeigt die Kreuzigung von Jesus und den beiden Schächern. Weiter zu sehen sind Maria in einer Gruppe von Frauen, sowie Longinus und einige weitere Krieger. Maria Magdalena kniet neben dem Kreuz und vorne im Bild sind die Hohepriester und Schriftgelehrte zu sehen.

Auf den vier kleinen Bildern, welche die Kreuzigung umgeben, ist die Verhandlung mit Pilatus zu sehen sowie die Kreuztragung, die Grablegung und schließlich die Auferstehung.

Vortragekreuz

Im Altarraum hängt ein Kruzifix, das um 1400 entstanden ist. Lange Zeit war es elfenbeinfarbig lackiert. Bei der Restaurierung 1988 konnte der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden. Dabei wurden auch die Symbole der vier Evangelisten an den Kreuzenden freigelegt:
Engel = Matthäus
Stier = Lukas
Adler = Johannes
Löwe = Markus

Hostiendose

Die Hostiendose stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde dem Stempel nach von dem Goldschmiedemeister Ernst Wilhelm Brandt aus Stade gefertigt.

Altarbibel

Die alte Altarbibel von Neukloster ist vermutlich eine Stiftung der Obrigkeit anlässlich der Renovierung der alten Klosterkirche um 1771. Es handelt sich um eine Kurfürstenbibel, die wahrscheinlich im frühen 18. Jahrhundert gedruckt wurde. Sie liegt im Archiv der Kirchengemeinde, da sie sich in einem sehr schlechten Zustand befindet. Der Einband ist mehrfach gebrochen und die Seiten lassen vermuten dass jemand mit einem großen Messer oder ähnlichem hineingeschlagen hat.

Taufstein & Taufbecken

Das Taufbecken in St. Marien, das auch heute noch genutzt wird, stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist aus Eichenholz geschnitzt. Im oberen Teil ist ein Messingbecken eingelassen.

Im Beet vor der Kirche ist ein behauener Stein mit einer Mulde. Möglicherweise war er in der Klosterkirche als Taufbecken in Gebrauch. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er als Weihwasserbecken genutzt wurde.

Armenblock

Der am Ausgang der Kirche stehende Armenblock ist etwa einen Meter hoch und mit Eisenbanden beschlagen. Mit zwei Schlössern wurde der Opferstock früher verschlossen und je ein Kirchenjurat besaß einen Schlüssel. Eine Öffnung konnte somit nur gemeinsam erfolgen, um das dort gesammelte Armengeld am Ende des Jahres zu verteilen. Der Armenblock stammt Schätzungen zufolge aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Bild von Bischof Johann

In Öl auf Leinwand ist das Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Bild, das Bischof Johann von Zesterfleth aus Neukloster zeigt. Auf dem Gemälde sind auch seine Taten beschrieben:

Aus Bremen ein Dechant vertrieben / Ist Bischoff hir ganz klug gebliben / Verstert Kerburg, verbessert zwar / Rohdnburg vol vir die Kirchen war

Grabplatte von Pater Antonius

Rechts von dem Altar auf einem kleinen Sockel steht die Grabplatte von Pater Antonius. Die Inschrift auf der Tafel lautet in vollem lateinischen Wortlaut: Anno Domini 1563 septembris obijt venerabilis Doctor Antonius ... requiescat in pace, was übersetzt heißt: Im Jahre des Herrn 1563 verstarb der ehrenwerde Doktor Antonius...er möge in Frieden ruhen.

Bilder aus der Schlosskirche

An der Orgelempore hängen insgesamt 18 Bilder aus der Schlosskapelle Aurich, die 1852 nach Neukloster kamen. Sechs zeigen Bilder aus dem Leben Jesus und die Übrigen die zwölf Apostel. Die Bilder stammen vermutlich aus der Zeit der Erbauung der Schlosskapelle, was die Datierung auf 1580 festlegen würde. Klar erkennbar ist der künstlerische Einfluss des niederländischen Malers Rubnes, was auch in diese Zeit passen würde.

Grabstein Lulef von Zesterfleth

An der Nordseite des Altarraumes steht der Grabstein des 1602 verstorbenen Burgmannes Lulef von Zesterfleth aus Horneburg. Die Familie von Zesterfleth, die eigentlich aus dem Alten Land stammte, hatte in Neukloster seit dem 14. Jahrhundert ihr Erbbegräbnis dort und so fand auch Lulef in der Klosterkirche seine letzte Ruhestätte.

Bronzetafel Ludolph von Zesterfleth

Ludolph von Zesterfleth war einer jener fünf Burgmänner, die seit 1255 auf der Horneburg lebten. Ludolph selbst wurde 1533 geboren und war ein Kriegsmann bereits in jungen Jahren. Umso erstaunlicher, dass er tatsächlich 70 Jahre alt wurde. Er muss ein wichtiger Mann in der Gemeinde gewesen sein, denn es wird nicht nur sein Todestag, der 14. Februar auf der Bronzetafel erwähnt, sondern sogar die Todesstunde: die 8.Stunde, 15. Minute.

Himmel & Erde

Himmel und Erde sind ein wichtiger Teil der St. Marienkirche und zwar in Form einer Malerei. Die Erde findet sich im unteren Teil des Altarraums und zeigt neben Blumen und Bäumen auch paarweise angeordnete Löwen sowie Adler. Der Himmel wölbt sich über der Erde und ist ein wahres Sternenmeer umgeben von allen zwölf Sternzeichen. In der Mitte des Himmels ist das Lamm Gottes gesetzt.

Friedensfigur

Aus Lindenholz geschnitzt steht rechts vor dem Altarraum eine Frauengestalt mit Ölzweig in der Hand, welcher den Frieden symbolisieren soll. Zu ihren Füßen liegt ein zerbrochenes Schwert. Im Jahr 1951 kam die Figur in Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege in die Kirche. Gefertigt wurde das Denkmal von dem Bildhauer Waldemar Wadephul aus Harsefeld.

Die Figur steht auf einem Holzschrein, in dem sich zwei Gedenkbücher befinden. Die Namen der Gefallenen beider Kriege die zur Kirchengemeinde St. Marien gehören, sind dort aufgelistet.

Rundes Fenster

Im Osten geht die Sonne auf und aus diesem Grund sind die meisten Altarräume von Kirchen in diese Himmelsrichtung ausgerichtet. Die aufgehende Sonne scheint in Neukloster durch das 1,50m im Durchmesser große und bunte Altarfenster und lässt den Altarraum so in einem fantastischen Licht erleuchten. Es wurde in der Glaserei Müller in Quedlingburg gefertigt und zeigt in seiner Mitte eine aufgeschlagene Bilbel mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega.

Turmuhr

In die 1902 neu gebaute Kirche kam die heute noch funktionierende Turmuhr mit vergoldeten Zeigern und Ziffern. Einmal pro Woche muss das mechanische Uhrwerk aufgezogen werden. Das Uhrwerk löst die Uhrschlagglocke von 1533 aus, welche außen am Turm angebracht ist.